Unterwegs im Lande des Guinness

Hin und wieder dürstet es auch mich mal nach etwas Luxus und daher surfte ich während meinem Tripp nach Irland keine Couches und stieg auch in keinen Jugendherbergen ab, sondern genoss den Komfort von Hotels.

Tag 1 – Erste Eindrücke von Dublin

Ich war bereits in der Nacht vom Freitag auf den Samstag in Dublin angekommen, habe aber von der Stadt nicht mehr viel gesehen. Die Taxifahrer hier sind allerdings besser als so mancher Stadtführer und überschütten die Fahrgäste mit allerhand (mehr oder weniger) interessanten Facts über ihre geliebte Stadt. In der Heimat sind mir solche Taxi-Gespräche immer ein Graus, da “unsere” Fahrer (wie auch “unsere” Coiffeure) irgendwie immer das Geühl haben, wir würden erwarten, dass sie mit uns sprechen. Ganz anders die Gespräche mit den irischen Taxifahrern. Die machen die Fahrten echt kurzweilig. Ich muss bloss meinen Vornamen offenlegen und schon ist das Eis gebrochen.

Ich wollte heute an einer “Free Walking Tour” teilnehmen, war allerdings noch etwas zu früh dran. Ich sass daher im Park des Trinity Colleges und studierte meinen Reiseführer (danke für’s Ausleihen, Anna!) als ich plötzlich meinen Namen hörte. Nun, dies passiert mir in Irland natürlich ständig, aber diesmal war es tatsächlich jemand den ich kannte. Ricardo, mein alter KMB-Kollege, den ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe, stand samt Freundin vor mir. Keine Stunde zuvor hatte mir mein amerikanischer Kumpel Ari geschrieben, er sei ab Montag in Dublin und wir sollten uns unbedingt treffen um die Geburtstagsparty von letzten Dezember zu wiederholen (s. Reisebericht in diesem Blog). Was für eine kleine Welt, Leute!

Ach ja, auf der “Walking Tour” war ich dann auch noch – und zwar fast drei Stunden lang! Unser Guide hiess Ursula und war ein kleines aber sehr lautes Mädel, das in Nordirland geboren wurde. Erstaunlich, wieviele Worte pro Minute aus so einem kleinen Köpfchen sprudeln können! Aber die Tour war echt spannend und unterhaltsam. Sowas fehlt in der Schweiz leider immer noch.

Dublin

 

Tag 2 – Guinness

Ich kaufte mir heute ein Ticket für eine Busrundfahrt. Das Gute an diesen Bussen ist, dass man jederzeit aus- und wieder einsteigen kann. Ich wollte mir heute das Guinness Storehouse anschauen, denn schliesslich bin ich ein grosser Fan des dunklen Gebräus. Ich traute meinen Augen kaum, als ich in der Schlange vor dem Ticketschalter wieder auf Ricardo und Claudia stiess. Wir besuchten dann die gut gemachte Ausstellung zusammen. Ein Highlight der Tour war sicherlich das Pint of Guinness in der eindrucksvollen Bar im fünften Stock des Gebäudes. Die Aussicht war wirklich einzigartig.

Den Rest des Tages streifte ich noch etwas alleine durch die Stadt und genoss die Sonne im Park.

Guinness Storehouse

Tag 3 – Trinity College

Irgendwie hatte ich den Besuch des Trinity Colleges bisher immer verpasst und daher machte ich mich heute nach dem Frühstück auf die Socken dorthin. Zuerst gab es einige mehr oder weniger spannende Informationen über das College, das von aussen, wie die meisten Gebäude von Dublin, gar nicht so spektakulär aussieht. Während ich vor der Bibliothek in der Schlange stand, quatschte mich eine irische Lady an und das erinnerte mich an eine beinahe identische Situation von vor einem Jahr in Bergen. Diese Ir(inn)en sind schon ein gesprächiges Völkchen – ich mag die irgendwie richtig gerne. Die Bibliothek ist absolut sehenswert. Der lange Saal ist so wunderschön, dass sich sogar George Lucas für “Star Wars – Episode I” von ihr hat inspirieren lassen. Dies ist definitiv eine Touristenatraktion die ihr Geld wert ist. Ich gönnte mir eine Pause im Hotel bevor ich am Abend meinen Kumpel Ari traf. Letzten Dezember feierten wir zusammen in Wien seinen Geburtstag und zogen um die Häuser. Heute wiederholten wir dieses Event in Dublin. Bald reist er zurück in die Staaten und ich muss wirklich mal überlegen, ob ich diesen Herbst nicht auch in Kalifornien einen kleinen Zwischenstopp einlegen soll.

Trinity College

Tag 4 – Reise nach Dingle

Die Reise von Dublin nach Dingle dauerte etwa sieben Stunden. Mit anderen Worten: Ich habe sonst nicht gerade viel getan. Immerhin genoss ich einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Dingle Bay und mein tägliches Pint of Guinness mit Live Musik in meinem Hotel. Dingle ist ein wunderschönes kleines Dorf. Allerdings ist es auch ziemlich von Touristen überrannt. Aber ich will nicht jammern – immerhin bin ich einer davon!

Dingle

Tag 5 – rumdingeln

Nach einem herzhaften Frühstück inkl. einer Plauderstunde mit einem älteren irischen Pärchen wollte ich eigentlich wandern gehen. Es regnete aber ziemlich heftig und daher beschloss ich, erst einmal das lokale Aquarium zu besichtigen. Ich war wirklich positiv überrascht, denn die hatten dort ein wirklich hübsches Aquarium! Es regnete danach leider immer noch, aber nach dem langen Reisetag verspürte ich doch fast sowas wie Bewegungsdrang (ich bin jedoch nicht sicher, da meine Erfahrungswerte kaum vorhanden sind). Bald einmal hörte der Regen auf und die Sonne zeigte sich sogar hin und wieder. Ich hatte keinen bestimmten Plan und lief einfach mal drauflos. Erstaunlicherweise erwies sich meine “Wahl” als richtig schöne Wanderroute die mich unter Anderem über mehrere Hügel mit toller Aussicht und an einen wunderschönen Strand führte.

Am Abend schaute ich mir Dingle selber noch etwas besser an und stiess dabei zufällig auf ein Konzert in einer kleinen Kirche. Gespielt wurde irische Volksmusik aber auf einem viel höheren Level, als man dies in Dingle in jedem zweiten Pub (und davon gibt es hier so einige) zu hören kriegt.

Dingle

Tage 6 und 7 – via Cork und London zurück nach Hause

Ich verliess Dingle mit dem Versprechen irgendwann hierhin zurück zu kommen. Der Bus brachte mich nach Cork wo ich in einem guten Hotel untergebracht war. Dieses Hotel lag allerding ziemlich weit ausserhalb der Stadt und daher besuchte ich die Innenstadt gar nicht mehr. Die Heimreise am nächsten Tag war eher mühsam. Ich musste in London Heathrow umsteigen und das ist definitiv etwas, was ich in Zukunft vermeiden möchte! Eine Stunde und vierzig Minuten sind nicht genug um einen Anschlussflug zu kriegen. Ich hatte mächtig Glück, dass mein Anschluss etwas verspätet war. Als ich in Basel landete war es, als würde ich gegen eine Wand laufen. In Irland waren die Temperaturen echt angenehm aber zurück in Helvetien war es mir wirklich zu heiss.

Das nächste Mal wenn ich nach Irland fliege, möchte ich definitv etwas mehr vom Land sehen und vielleicht einfach mal eine Woche wandern gehen. In ca. drei Wochen begebe ich mich auf meine nächste kurze Reise und irgendwas sagt mir, dass es davon viel zu berichtigen geben wird…

Dingle

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