Unterwegs zwischen Porto und Lissabon

Ich war eine Woche in Portugal und zwar weil ich da noch nie war. Ein weiterer Kurzurlaub den ich so schnell nicht vergessen werde. Wer meinen letzten Blog-Artikel gelesen hat, wird wohl denken, dass ich die ganze Woche als Couchsurfer unterwegs war, aber dies war nicht der Fall.

Die ersten zwei Nächte im Hotel

Ich mag Hotels, besonders wenn es in diesem Hotel ein tolles Frühstücksbuffet zu geniessen gibt. Ich erreichte Porto in der Nacht von Freitag auf Samstag und war froh, ein eigenes Zimmer und ein weiches Bett zu haben. Da ich meistens alleine reise, möchte ich jedoch niemals meine gesamten Ferien in einem Hotel verbringen. Denn der Kontakt zu anderen Menschen kommt dort meist zu kurz.

Ich verbrachte den Sonntag mit einem Streifzug durch Porto. Das Wetter meinte es nicht besonders gut mit mir. Es war kühl und regnete auch hin und wieder. Aber auch die Sonne zeigte sich von Zeit zu Zeit. Gutes schottisches Wetter also (denn in Schottland bedeutet “gutes Wetter”, dass der Regen von oben kommt und nicht von der Seite). Porto mit seinen steilen Strassen und den mit bemalten Kacheln besetzten Kirchen hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Bei der Besichtigung einer Portweinkellerei traf ich ausserdem zwei Deutsche, mit denen ich im Anschluss noch eine Weile plauderte. Am Abend machte ich mich auf um eine lokale Spezialität zu probieren. Francesinha bedeutet “kleine Französin” und ist eine Art Sandwich mit viel Fleisch, Käse und einer Sauce, die hauptsächlich aus Bier  und Senf besteht. Das ganze schmeckt zwar echt gut aber es drängt sich doch dich Frage auf, wie viele Kalorien wohl eine grosse Französin hätte.

Porto

Porto

Eine Nacht auf der Couch

Ich reiste am nächsten Morgen mit dem Bus nach Coimbra. Da ich in dieser hübschen Studentenstadt einige Stunden verbringen wollte, musste ich erst einmal meinen Rucksack loswerden. Dies war eine echte Herausforderung, denn sowas wie Schliessfächer gibt es in Portugal weder am Bahnhof noch an den Bushaltestellen. Ich konnte meine Taschen dann schlussendlich in einem kleinen Kaffee unterstellen und mich endlich auf Erkundungstour begeben. Sehr eindrücklich war die alte, barocke Bibliothek der alten Universität. Am Abend fuhr ich dann weiter nach Leiria wo ich Nuno und Patricia, meine Couchsurfer-Gastgeber traf. Ich genoss es sehr, mal wieder etwas Gesellschaft zu haben, war ich doch seit Beginn meiner Reise alleine unterwegs. Wir gingen etwas essen und plauderten über Portugal, die Schweiz, unsere Reiseabenteuer und Gott und die Welt. Das Gespräch setzten wir in ihrer kleinen Wohnung ca. 15 Kilometer ausserhalb von Coimbra fort bis wir alle zu müde waren um Englisch zu sprechen. Bei meinem Schlafplatz handelte es sich um eine Matratze im Hauseingang (neben Mänteln, Schuhen und dem Badezimmer). Ich kann nur immer wieder über solche Gastfreundschaft staunen. Menschen die ihre Wohnung mit wildfremden Menschen teilen obwohl sie selber schon sehr wenig Platz haben… Fantastisch!

Coimbra

Coimbra

…und drei Nächte im Hostel

Patricia führte mich am Dienstagmorgen mit dem Wagen zurück nach Coimbra wo wir uns auch voneinander verabschiedeten. Ich bin sicher, dass ich die beiden irgendwann wiedersehen werde. Und dann werden sie sicher zu dritt sein. Nuno hatte mir nämlich am Vortag ein schönes Geheimnis anvertraut (was allerdings hinsichtlich der morgentlichen Würgelaute aus der Toilette gar nicht nötig gewesen wäre)!

Ich besuchte die Klosteranlage in Batalha. Kirchen habe ich schon viele gesehen aber diese hier hat mich ganz besonders beeindruckt. Man kann von sakralen Bauten wie dieser halten was man will. Ich habe mich oft gefragt ob dieser gütige Gott, der in Kirchen gepriesen wird, es gutheissen würde, dass man zu seinen Ehren solch prunkvolle Paläste baut wenn gleichzeitig Menschen an Hunger sterben. Wie dem auch sei: Die Klosterkirche von Batalha war eines der eindrücklichsten Bauwerke, das zu sehen ich bisher das Glück hatte!

Am Abend erreichte ich schliesslich mein Hostel in Lissabon. Vor etwas mehr als einem Jahr verbrachte ich einige legendäre Nächte in Hostels der gleichen Kette in Andalusien. Ich wurde nicht enttäuscht, denn obwohl die Zimmer klein und die Betten kurz waren, fühlte ich mich von der ersten Sekunde an sehr wohl! Es fühlte sich an, als würde man in einer riesigen Wohngemeinschaft übernachten.

Am Mittwoch machte ich mich schon recht früh zu der kleinen Stadt Evora im Landesinnern auf. Ich genoss die schöne Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft, denn auch das Wetter zeigte sich mittlerweile von seiner besten Seite. Evora wirkte auf mich wunderbar einladend und freundlich! Das erste was ich sah, war ein Friedhof und der war wirklich atemberaubend schön. Weisser Marmor, bunte Blumen – wie kann man an einem solchen Ort traurig sein? In Evora gibt es unter Anderem auch alte römische Telmpelruinen zu bewundern.

Am Abend organisierte das Hostel eine kurze kulinarische Tour durch unser Quartier und dies war defnitiv eines der Highlights der ganzen Reise. Gutes Essen, nette und interessante Leute und jede Menge Spass!

Ich hatte mich für den nächsten Tag zu einer “Free-Walking-Tour” angemeldet. Anscheinend litten die anderen WG-Bewohner noch unter der Cerveja-Grippe, denn ich war der einzige Teilnehmer. Tyler, den Guide, kannte ich schon vom Vorabend und wir hatten wirklich viel Spass auf unserem Spaziergang (inklusive mehrmaligen Ginjinha Stops).

Der Freitag kam viel zu früh, doch entschied ich mich, meine letzten Stunden in Portugal bis aufs Äusserste zu geniessen. Ich reiste schon früh mit meinem neuen Kumpel Pattrick (der schreibt sich tatsächlich so!) nach Sintra und schaute mir dort die eindrücklichen Palastanlagen an. Viel Zeit hatten wir allerdings nicht, denn am Flughafen von Lissabon wartete ein Flieger in die Heimat auf mich. Temperaturen unter 0 erwarteten mich, als mein Flieger in Zürich landete. Zum Glück hatte ich viele schöne Erinnerungen im Gepäck an denen ich mich noch lange Zeit erwärmen kann!

Batalha

Batalha

Evora

Evora

Lissabon

Lissabon

lukulische Freuden!

lukullische Freuden!

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