Abstecher nach Kanada

Die Vereinigten Staaten sind super – ich liebe die USA!  Morgen reise ich wieder ein und ich möchte einen Guten Eindruck machen und man weiss nie, wer da so mitliest!

Nach zwei Nächten in Montréal reiste ich mit dem Bus nach Québec wo mich meine Freunde Caroline und Martin bereits erwarteten. Trotz schlechtem Wetter hatte ich eine mörderisch gute Zeit mit den Beiden. Ich hatte beinahe ein schlechtes Gewissen, weil sich die beiden dermassen gut um mich kümmerten. Québec ist eine wunderschöne Stadt in der ich mich sofort zuhause fühlte! Am Tag meiner Abreise zeigte sich sogar die Sonne und Martin unternahm mit mir einen Ausflug zum beeindruckenden Wasserfall etwas ausserhalb der Stadt. Die Zeit reichte auch noch für eine Umrundung der Ile d’Orleans. Ich glaube, wenn ich mal in Rente gehe, muss ich mir dort eine Sommerresidenz zulegen – einfach traumhaft!

Ich reiste an dem Tag noch zurück nach Montréal wo ich einen weiteren Tag verbrachte. Es gibt dort einen wunderschönen botanischen Garten in dem ich mehrere Stunden verbrachte.

Wie schützen sich die Kanadier vor der eisigen Kälte im Winter? Ganz einfach: Sie gehen nicht vor die Türe. Die ganze Innenstadt von Montréal (und übrigens auch Toronto) ist von einem System von Tunneln und unterirdischen Einkaufspassagen durchzogen. Auch viele Bürohäuser, Kinos, Fitnesszentren, usw. sind an dieses Netz angebunden. Oft habe ich mich in diesem Irrgarten verlaufen, aber spannend ist es allemal!

Morgen geht es also zurück nach Amerika und ich muss ein zweites Mal die ganzen Sicherheitsvorkehrungen über mich ergehen lassen. Aber es lohnt sich, denn auf mich wartet “The Big Easy” – New Orleans!

Indian Summer

Mittlerweile habe ich die Vereinigten Staaten verlassen und bin in Montréal angekommen. Zuvor habe ich allerdings noch in Boston Halt gemacht und das war definitiv keine schlechte Entscheidung. Die Stadt ist für amerikanische Verhältnisse sehr geschichtsträchtig. Zum Beispiel wurde hier einst eine berühmte Teeparty geschmissen. Man sagt, das Wasser im Hafenbecken würde noch heute ganz dezent nach Earl Grey schmecken – ich habe es aber nicht ausprobiert. Ich nahm deshalb auch an einer Stadtführung teil, wo uns eine kostümierte Lady zu den verschiedenen Schauplätzen der amerikanischen Geschichte führte. Nachträglich betrachtet, wäre ich wohl besser noch eine weitere Nacht in Boston geblieben, denn es gab noch so Einiges, was ich mir gerne angeschaut hätte. Jedenfalls genoss ich den tollen Kontrast zum lauten und stinkigen New York in vollen Zügen (obwohl der Zug aus New York nicht wirklich voll war).

Nach diesem kurzen Zwischenstopp bin ich nun also mit dem Greyhound Bus nach Montréal gereist. Die Busfahrt dauerte ca. sieben Stunden und führte durch die wunderschöne Herbstlandschaft von Neuengland. Das Farbenspiel der Wälder wirkt hier viel intensiver als in der Heimat. In Montréal war es deutlich kälter als noch in Boston und es wehte ein fieser Wind. Ich verbrachte den grössten Teil des gestrigen Tages auf dem Mont-Royale – quasi dem Gurten von Montréal. Viel mehr habe ich nicht gemacht, aber trotzdem war es einer der schönsten Tage bisher. In einigen Stunden fährt mein Bus nach Québec wo ich einige Freunde treffen werde. Am Mittwoch fahre ich zurück nach Montréal.

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Grosser Apfel mit Schlafstörungen

Ich war bisher noch nie in Nordamerika. Ich bin es aber jetzt und genau von dort schreibe ich diese Zeilen. Zwei Flieger brachten mich via Dublin nach New York. Der zweite Flieger hatte leider so seine Macken und deshalb verbrachte ich wesentlich mehr Zeit am Flughafen von Dublin als mir lieb war.

New York ist beeindruckend. Man denkt, man würde die Stadt nach gefühlten 20 Staffeln von “How I met your Mother” und unzähligen Hollywood-Streifen langsam kennen aber wenn man dann tatsächlich einen Fuss in die Stadt setzt, fühlt es sich ganz anders an als man das erwartet hätte. Plötzlich fühlt man sich wie ein kleines Würmchen im grossen Apfel der niemals schläft.

Ich stelle mir nun seit zwei Tagen schon die Frage, ob es mir hier denn eigentlich gefällt oder nicht. Nun, es ist laut, dreckig und es stinkt. Nein, hier möchte ich nie und nimmer leben. Trotzdem fühle ich mich nicht unwohl. Ich verbrachte gestern mehrere Stunden im Central Park: Bäche, kleine Wäldchen, Wiesen, Spielplätze – man hat plötzlich das Gefühl an einem ganz anderen Ort zu sein. Die riesigen Wolkenkratzer im Hintergrund erscheinen irgendwie unwirklich. Die meisten New Yorker, denen ich bisher begegnet bin, sind freundlich und lustig. Vielleicht fühle ich mich in New York deshalb mehr zuhause als z.B. in Berlin oder Zürich, weil die Stadt nicht mehr sein will als sie ist und keine Vorbilder hat, denen sie fieberhaft nacheifert?

Nach nur zwei Tagen geht es nun morgen bereits weiter Richtung Norden und obwohl ich nur einen kleinen Teil von New York erlebt habe, freue ich mich darauf, diesen Hexenkessel hinter mir zu lassen und mir Boston anzuschauen. “Die Stadt die niemals schläft” war aufregend, aber ich bin sicher, dass ein kleines Schönheitsschläfchen hin und wieder noch keiner Stadt geschadet hat…

 

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